Wie schlagen sich das ALPEN OPTICS APEX Wärmebildgerät & LRF-Fernglas im Dauer-Test?
Der erfahrene Jäger und YouTuber Matthias Wach (Hunt Cook Grill) hat die ALPEN OPTICS APEX Thermal 35 mm Wärmebildkamera und das APEX XP 10x42 LRF Jagd-Fernglas mit Entfernungsmesser zwei Jahre lang intensiv getestet. In unserem Interview berichtet er von seinen Erfahrungen und erklärt, wie diese Technologien seine Jagdpraxis verändert haben.
Seit wann genau nutzt du das APEX Thermal 35 mm Wärmebildgerät und das APEX XP 10x42 LRF-Fernglas?
Beide Geräte sind seit Beginn des Jagdjahres 2023 meine ständigen Begleiter auf der Jagd. Genauer gesagt habe ich mit dem Aufgang der Bockjagd im Mai sowie zur Rehwild- und Hasenzählung im Frühjahr 2023 mit dem Test der Wärmebildkamera und des Fernglases begonnen.
Wie oft bist du im Durchschnitt zur Jagd unterwegs und in welchen Revieren (z. B. Wald, Feld, Berg)?
Als leidenschaftlicher Jäger bin ich regelmäßig im Revier unterwegs – egal ob jagdlich, bei Kontrollfahrten oder zur Jagdausübung. Dabei liegt mein Fokus auf einer reinen Feldjagd mit sehr kleinen Waldanteilen. Außerdem bin ich als Gastjäger in verschiedenen Revieren von Wald bis Feld aktiv.
Wie hat sich dein Jagdverhalten bzw. deine Herangehensweise durch die Nutzung dieser beiden Geräte verändert?
Meine Erfahrung ist, dass sich das Wärmebildgerät hervorragend zum frühzeitigen Wahrnehmen von Wild eignet – bereits beim Angehen, Auf- und Abbaumen und auf der Pirsch. Damit hat sich meine Wahrnehmung von Wild bei der Pirsch deutlich verbessert, die Erkennungsdistanz ist viel höher geworden.
Mit dem Fernglas wird das Schießen durch die präzise Entfernungsmessung vor dem Schuss deutlich sicherer, denn Fehler bei der Entfernungsschätzung werden damit vermieden – besonders in fremden Revieren.
Früher habe ich das Wild beim Angehen oft vertreten. Mit den Optiken funktioniert die Annäherung an den Ansitz aus meiner Sicht jetzt viel effektiver und sicherer.
Welche Rolle spielt das Wärmebildgerät speziell bei der Nachtjagd oder bei der Wildbeobachtung im Morgengrauen und in der Dämmerung?
Für die Suche und Wildbeobachtung sind beide Geräte einfach ideal – das Wärmebildgerät bei Nacht, das Fernglas bei Tag. Besonders das Fernglas mit integrierter Entfernungsmessung hat sich in unbekannten Revieren als sehr hilfreich erwiesen. Die finale Ansprache erfolgt meist über die Zieloptik. Für die Nachtjagd setze ich hauptsächlich das Wärmebildgerät ein und je nach Gesetzeslage ein Vorsatzgerät. Die Technik bietet wirklich viele Vorteile, etwa das frühe Erkennen und Ansprechen von anwechselndem Wild. Sie wirft aber auch ethische Fragen auf. Deshalb gehe ich bewusst regelmäßig ohne High-End-Technik auf die Jagd. Ich möchte meine Sinne schärfen und meine jagdlichen Wurzeln nicht verlieren. Für mich persönlich hat die moderne Technik zu einer „sichereren" Entwicklung der Jagd beigetragen, da sie das Ansprechen bei der Nachtjagd auf Schwarzwild ermöglicht.
Wie gut kamst du mit dem APEX XP 10x42 LRF-Fernglas mit Entfernungsmesser bei wechselnden Lichtverhältnissen über das Jahr zurecht – vom hellen Frühling bis zum trüben Winter?
Die Lichtstärke des 10x42 LRF-Fernglases ist aus meiner Erfahrung für die meisten Situationen wirklich sehr gut. Im Vergleich zu einem 56er-Glas ist sie zwar geringer, aber dafür ist das Gerät deutlich leichter und kompakter. Mein 56er-Glas liegt deshalb mittlerweile fast nur noch im Schrank. Die Nachtjagd wird heute schließlich überwiegend mit moderner Technik durchgeführt und für die Tagjagd reicht ein kleines, kompaktes Glas meist aus. In der Dämmerung erfolgt die finale Ansprache kurz vor dem Schuss und da hilft mir das 56er-Zielfernrohr.
Gab es jagdliche Situationen im Jahresverlauf (z. B. Blattzeit, Erntejagd, Winteransitz), bei denen dir die Geräte besonders geholfen haben?
Wie bereits erwähnt, helfen die Geräte enorm beim Wahrnehmen und Erkennen von Wild. Die Optiken machen dich nicht zum besseren Schützen, aber mit dem Wärmebildgerät kann ich das Umfeld vor der Schussabgabe beobachten und Gefahren im Schussumfeld oder im Hinterland erkennen – zum Beispiel Menschen oder Wild. Außerdem erleichtert es die Todsuche und Nachsuche erheblich, besonders im hohen Gras, unübersichtlichem oder verbuschtem Gelände sowie im Wald. Wir haben bei uns oft hohes Gras in den extensiven Flächen. Hier kann man das Wild super aufklären und dann in einer Lücke seine Chance nutzen. Auch bei der Totsuche nach dem Schuss hat mir die Wärmebildkamera bereits oft geholfen.
Wie zuverlässig war die Technik über das Jahr hinweg – bei Hitze, Nässe, Schnee und Kälte?
Im ganzen Jahresverlauf haben beide Optiken generell gut funktioniert und es gab keine größeren technischen Ausfälle. Die Geräte sind wirklich robust und zuverlässig. Nur einmal hatte ich einen Defekt am Thermalgerät. Das war aber kein Problem, denn durch den schnellen und unkomplizierten Service war er in wenigen Tagen behoben.
Wie beurteilst du die Akkuleistung beider Geräte bei längeren Ansitzen oder Pirschgängen?
Die Akkuleistung der beiden Jagdoptiken ist sehr langanhaltend und zuverlässig. Trotz langer Ansitze habe ich den Ersatzakku beim Wärmebildgerät bisher nicht gebraucht. Das zeigt, dass die Akkulaufzeit wirklich mehr als ausreicht. Und die Handhabung ist dabei sehr benutzerfreundlich.
Was hat dich an den dem Wärmebildgerät und dem Fernglas mit Entfernungsmesser besonders überzeugt – und was könnte aus deiner Sicht noch verbessert werden?
Ich mag besonders ihre kompakte Bauweise, die sehr einfache und intuitive Bedienung und ihre Zuverlässigkeit. Ein Verbesserungsvorschlag wäre, den mitgelieferten Deckel durch einen festen Kunststoffdeckel mit Clipverschluss – ähnlich einer Zielfernrohrabdeckung – auszutauschen.
Wie würdest du die Bildqualität des Wärmebildgeräts beschreiben – gerne auch im Vergleich zu anderen Geräten, die du ggf. kennst?
Ich habe die Bildqualität der APEX Thermal 35 mm Wärmebildkamera als durchweg sehr gut erlebt. Das Bild ist klar, detailreich und die Kontraste sind stark genug, um Wild auch auf größere Entfernungen zuverlässig zu erkennen. Vergleichswerte von anderen Geräten habe ich nur auf Messen gesehen. Aber mein Eindruck nach 2 Jahren Test des Wärmebildgeräts ist, dass es sich um ein empfehlenswertes, hochwertiges und kompaktes Gerät handelt.
Welche Bedeutung hat für dich die integrierte Laser-Entfernungsmessung im APEX XP 10x42 LRF-Fernglas in der Praxis?
Die integrierte Laser-Entfernungsmessung hat sich für mich im Fernglas-Test als ein wichtiges Feature erwiesen und sie ergänzt die Optik aus meiner Sicht ideal. Besonders in unbekannten Revieren oder schwierigem Gelände erhöht die Funktion die Sicherheit beim Ansprechen und Schießen erheblich. Deshalb nutze ich die Entfernungsmessung regelmäßig und sie war immer zuverlässig und genau. So trägt das Glas meiner Meinung nach maßgeblich zu verantwortungsbewusstem und sicherem Jagen bei.
Gab es ein besonders einprägsames Jagderlebnis mit diesen Geräten, das du mit uns teilen möchtest?
Ja, im letzten Jagdjahr konnte ich mit dem APEX Thermal 35 mm und dem APEX XP 10x42 LRF meine erste Dublette erlegen – einen Bock und ein Schmalreh. Das Wärmebildgerät half mir dabei, die Tiere frühzeitig wahrzunehmen, während das Fernglas mit integrierter Entfernungsmessung die präzise Ansprache ermöglichte. Dieses Erlebnis zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technik die Jagd bereichern kann. Ich habe das besondere Ereignis in Videos festgehalten, die auf meinem YouTube-Kanal zu sehen sind:
Rehwild-Doublette beim Abendansitz | Hunt Cook Grill
Jagd auf Rehbock und Schmalreh | Hunt Cook Grill
Würdest du die beiden Produkte anderen Jägern weiterempfehlen – und wenn ja, wem konkret?
Nach zwei Jahren ausgiebigem Test empfehle ich das Jagdfernglas und das Wärmebildgerät von ALPEN OPTICS sehr gerne weiter – nicht nur für Hightech-Jäger, sondern vor allem für jene, die ihre jagdlichen Sinne schärfen und ihrer Verantwortung bestmöglich nachkommen möchten.
Besonders in unübersichtlichem Gelände, wechselnden Lichtverhältnissen oder unbekannten Revieren bieten die Geräte enorme Vorteile. Aus meiner Sicht sind sie ideale Begleiter für Pirschgänger, Ansitzjäger und bei der Nachsuche. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Technik die Präzision und Sicherheit erhöht und somit den ethischen Anspruch an die Jagd unterstützt. Gleichzeitig würde ich aber auch immer empfehlen, regelmäßig bewusst mit minimaler Technik zu jagen, um die eigenen Sinne zu schärfen und sich das ursprüngliche Jagdgefühl zu bewahren.
Um es kurz und knapp zusammenzufassen: Ich würde allen Jägern die Geräte weiterempfehlen, die gerne mit effizienter und kompakter Technik unterwegs sind!
Was wünschst du dir für zukünftige Entwicklungen im Bereich Wärmebild- oder Entfernungsmessungstechnologie?
Für die Zukunft wünsche ich mir von ALPEN OPTICS ein Vorsatzgerät, das gut mit den vorhandenen Wärmebild- und Entfernungsmessgeräten harmoniert, sowie ein Wärmebild- oder Nachtsichtfernglas als sinnvolle Ergänzung.
Ich sehe die Entwicklungen und die Zukunft der Jagdtechnik optimistisch, möchte aber noch einmal betonen, wie bedeutsam der Respekt vor der Natur und den eigenen Sinnen ist. Wie Oskar von Riesental in seinem Gedicht „Waidmannsheil" schrieb:
‚Das ist des Jägers Ehrenschild, daß er beschützt und hegt sein Wild,
waidmännisch jagt, wie sich's gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!'
Diese Worte erinnern uns daran, dass echte Jagdethik nicht nur Technik, sondern vor allem Respekt und Achtung vor der Kreatur bedeutet. Und der maßvolle und gesetzeskonforme Einsatz der Technik liegt in der Verantwortung eines jeden Jägers!
Vielen Dank für das Interview – ein spannender Einblick in zwei Jahre Jagdpraxis mit modernen Optiken!